Eine über 170 Jahre alte Brücke in Zalaszentgrót
Die Hatamov-Brücke wurde 1854 erbaut und zählt heute zu den bekanntesten historischen Sehenswürdigkeiten von Zalaszentgrót.
Mit ihren vier gemauerten Gewölbebögen erinnert sie in ihrer Erscheinung an die berühmte Neunbogenbrücke von Hortobágy. Die Brücke ist etwa 43 Meter lang und 6,5 Meter breit und war mehr als ein Jahrhundert lang ein wichtiger Bestandteil des örtlichen Verkehrs.
In den 1970er-Jahren wurde ihre Zukunft jedoch ungewiss.
Eine Brücke, die beinahe abgerissen wurde
1975 wurde der Straßenverkehr auf eine neu errichtete asphaltierte Brücke verlegt. Damit verlor die alte Steinbrücke ihre ursprüngliche Verkehrsfunktion und ihr Abriss wurde in Erwägung gezogen.
Doch engagierte Einwohner von Zalaszentgrót wollten dieses Stück Stadtgeschichte nicht verloren geben. Um die Brücke zu retten, erinnerten sie an eine Geschichte, die bis in das Frühjahr 1945 zurückreicht.
Wer war Hatamov?
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs kam es auch in der Umgebung von Zalaszentgrót zu Kämpfen zwischen deutschen und sowjetischen Truppen. Die von den sich zurückziehenden deutschen Einheiten verminte Brücke wurde dabei zu einem strategisch wichtigen Ort.
Während der Kämpfe kam an der Brücke ein sowjetischer Soldat namens Haddam Hatamov ums Leben. Sein Name wurde später untrennbar mit dem Bauwerk verbunden.
Als Jahrzehnte später der Abriss der Brücke diskutiert wurde, suchten engagierte Heimatfreunde nach noch lebenden Augenzeugen der damaligen Ereignisse und brachten die Geschichte Hatamovs erneut ins öffentliche Bewusstsein.
Die Initiative hatte Erfolg: Die Brücke blieb erhalten.
Wie aus der Steinbrücke die Hatamov-Brücke wurde
Nach der Rettung der Brücke wurde eine Gedenkveranstaltung organisiert, zu der auch die Familie des ehemaligen Soldaten eingeladen wurde. Von da an wurde das Bauwerk immer häufiger als Hatamov-Brücke bezeichnet.
Nach dem politischen Systemwechsel in Ungarn rückten auch die traditionellen Bezeichnungen wieder stärker in den Vordergrund. Deshalb begegnen dir heute alle drei Namen: Hatamov-Brücke, Öreg-híd („Alte Brücke“) und Kő-híd („Steinbrücke“).
Für kommende Generationen bewahrt
Bis in die 1990er-Jahre hatte sich der Zustand der Brücke deutlich verschlechtert und ihr Fortbestand war erneut gefährdet.
Die entscheidende Wende brachte die im Jahr 2000 begonnene Restaurierung. Durch die Sanierung des Baudenkmals konnte der weitere Verfall gestoppt werden. 2001 erstrahlte eines der wichtigsten historischen Wahrzeichen von Zalaszentgrót wieder in neuem Glanz.
Heute liegt ihre Bedeutung nicht mehr in ihrer Funktion als Verkehrsweg. Die mehr als anderthalb Jahrhunderte alte Brücke erinnert an die Geschichte der Stadt, die Landschaft entlang der Zala und an das Engagement der Einwohner, die sich für den Erhalt ihres kulturellen Erbes eingesetzt haben.
Auch für einen Spaziergang einen Besuch wert
Die historischen Backsteingewölbe und die Landschaft des Zala-Tals verleihen diesem Ort eine besondere Atmosphäre. Wenn du alte Bauwerke und außergewöhnliche Geschichten aus der Vergangenheit magst, solltest du die Brücke unbedingt in deinen Spaziergang durch Zalaszentgrót einplanen.
Bon Villa Tipp: Besuche die Hatamov-Brücke nicht nur als einzelne Sehenswürdigkeit. Verbinde sie mit dem Batthyány-Schloss und seinem Park, der Sankt-Emmerich-Pfarrkirche und weiteren historischen Orten von Zalaszentgrót. So kannst du bei einem entspannten Spaziergang mehrere Jahrhunderte Stadtgeschichte entdecken.
Eine Brücke, die den Krieg überstand, Jahrzehnte später vor dem Abriss gerettet wurde und heute zu den Wahrzeichen von Zalaszentgrót gehört.
