ine außergewöhnliche Kapelle in den Weinbergen
Das kleine Sackgassendorf Sénye liegt zwischen Zalaszentgrót und Zalaszentlászló. Wenn du vom Dorf hinauf in Richtung Weinberge fährst oder wanderst, erreichst du eine seiner außergewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten: die Kemence-Kapelle.
Die kleine ökumenische Kapelle wurde 2002 auf Initiative von István Szilágyi erbaut und von dem renommierten ungarischen Architekten György Vadász entworfen.
Schöner hätte der Standort kaum gewählt werden können: Die Kapelle steht zwischen Wiesen, Heuflächen sowie alten und noch heute bewirtschafteten Weinbergen auf einem Hügel mit herrlichem Blick über die Landschaft von Zala.
Warum heißt sie Kemence-Kapelle?
Ein Blick genügt – und der Name erklärt sich fast von selbst.
Das schneeweiße, abgerundete Gebäude in Form eines Kegelstumpfs erinnert an einen traditionellen ungarischen Kuppelofen – eine sogenannte „búbos kemence“ – oder an einen Heuhaufen. Mit ihrer schlichten Form scheint sich die Kapelle beinahe in die umliegende Landschaft einzufügen.
Teile der Außenfassade sind mit Naturstein verkleidet, während sich auch der Innenraum bewusst schlicht und zurückhaltend präsentiert.
Geh hinein, wenn die Tür offen ist!
Eines der schönsten Details im Inneren ist das kreuzförmige Lichtfenster.
Durch das farbige Glas fällt das Sonnenlicht in unterschiedlichen Farbtönen auf die weißen Wände. Dadurch verändert sich die Atmosphäre des kleinen Raumes je nach Tageszeit und Lichteinfall immer wieder.
Im Inneren befinden sich lediglich ein kleiner Altar, einige Bänke und wenige schlichte Gestaltungselemente. Die Kapelle wurde im ökumenischen Geist geschaffen und soll unabhängig von der Konfession ein Ort des Innehaltens, der Stille und des Friedens sein.
Das Panorama ist mindestens genauso besonders wie die Kapelle
Schon allein wegen der Aussicht lohnt sich der Aufstieg zur Kapelle.
Bei klarem Wetter kannst du über den Hügeln von Zala sogar die Ruinen der Burg Rezi und die Friedensstupa von Zalaszántó erkennen. Dazwischen erstrecken sich Wälder, Weinberge und sanfte Hügelketten bis zum Horizont.
Neben der Kapelle steht außerdem eine große ungarische Flagge, die schon aus einiger Entfernung als Orientierungspunkt zu erkennen ist.
Zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Auto
Die Kemence-Kapelle kann aus verschiedenen Richtungen erreicht werden.
Von Sénye führt ein Bergweg von der Dorfkirche hinauf zur Kapelle. Aus Richtung Zalaszentlászló bietet der Bergweg neben dem Restaurant Aranypatak eine weitere Zufahrtsmöglichkeit.
Wenn du die Umgebung lieber zu Fuß erkundest, führt auch der gelbe Kreuz-Wanderweg an der Kapelle vorbei.
Auch mit dem Fahrrad kannst du hinauffahren – allerdings zeigen die Hügel von Zala hier durchaus ihren Charakter: Einige Abschnitte des Weges sind ziemlich steil.
Ein Ort, an dem es sich lohnt, innezuhalten
Die Kemence-Kapelle ist keine Sehenswürdigkeit, für die du ein umfangreiches Besichtigungsprogramm oder einen ganzen Tag einplanen musst.
Gerade ihre Einfachheit macht ihren besonderen Reiz aus.
Setz dich für einen Moment hin, lass den Blick über die Hügel schweifen und genieße die Stille. Wenn die Kapelle geöffnet ist, geh hinein und beobachte, wie das durch das farbige Fenster fallende Licht den kleinen weißen Raum verändert.
Bon Villa Tipp: Verbinde die Kemence-Kapelle mit einer kleinen Entdeckungstour durch das Zala-Tal. Wenn du gerne wanderst, musst du nicht unbedingt mit dem Auto bis ganz nach oben fahren. Der Weg durch die Weinberge und das Panorama, das sich mit jedem Höhenmeter weiter öffnet, gehören bereits zum Erlebnis. Besonders stimmungsvoll kann die Landschaft hier kurz vor Sonnenuntergang sein.
Eine kleine weiße Kapelle auf einem Hügel, umgeben von Weinbergen und Wäldern – und davor die weite Landschaft von Zala. Ein echtes verstecktes Kleinod von Sénye.
